Ausprobiert – Das Google Fotobuch im Test

Ausprobiert – Das Google Fotobuch im Test

Nachdem ich vor ein paar Monaten bereits den Saal Digital Fotobuchservice unter die Lupe genommen habe, schaue ich mir diesmal das Google Fotobuch genauer an. Für diesen Fotobuch-Test habe ich mir zwei Länder, Kambodscha und Japan, herausgepickt und dementsprechend Google Fotobücher erstellt.

Software

Nur in der Webvariante des Google Fotobuchs gibt es die Collage-Seite
Diese Option gibt es nur in der Web-Version des Google Fotobuchs

Anders als bei Anbietern wie etwa Saal Digital oder CEWE Color, gibt es für das Google Fotobuch keine extra Software für den PC oder das Tablet. Stattdessen ist die Fotobuch-Funktion auf Tablet und Smartphone in die Google Fotos App integriert. Auf dem PC lässt sich ein Fotobuch über die Google Fotos Website erstellen. Dabei bietet die Web-Version einen etwas größeren Funktionsumfang als die Variante für das Smartphone. So lassen sich in der Web-Variante sogenannte Collage-Seiten erstellen, auf denen mehrere Bilder angeordnet werden können, in der Smartphone-Variante lässt sich pro Seite lediglich ein Bild einfügen. Die gespeicherten Fotobücher sind zwischen Web- und Smartphone-Version nicht kompatibel, wenn dafür die erweiterten Funktionen der Web-Version genutzt wurden.

Layout

Beim Layout des Test-Buchs greift Googles Fotobuch Software auf die im Google Account gespeicherten Fotos zurück. Wer seine Bilder vom PC hier nutzen möchte, muss sie zuerst zu Google Fotos hochladen. Danach bietet Google Fotos zwei Möglichkeiten zur Erstellung eines Fotobuch an.

Fotobuch aus eigener Foto-Auswahl oder aus einem bestehenden Album
Womit soll das Google Fotobuch begonnen werden, Album oder eigene Fotoauswahl?

Entweder man beginnt mit einem bestehenden Foto-Album aus der Google Fotos Library oder man wählt die Bilder für das Fotobuch manuell aus. In beiden Fällen muss man mindestens ein Foto ausgewählt haben, maximal sind 100 Bilder gleichzeitig möglich. 

Der Assistent

Der Google Fotobuch Assistent platziert die Bilder nach der Auswahl  automatisch auf den Seiten des Buchs, eine eigenständige Platzierung ist erstmal nicht möglich. Erst wenn der Assistent die Bilder platziert hat, kann man eigene Anpassungen vornehmen. Dabei sind die durchaus sinnvoll, der Assistent layoutet nämlich lediglich ein Bild pro Seite.

Erstmal platziert der Assistent die Bilder automatisch
Ein erstes Layout wird automatisch erstellt

Wer mehr will, muss dazu das Spezial-Feature der Web-Variante von Google Fotos nutzen, die Collage-Seiten. Auf einer Collage-Seite können maximal vier Bilder in einem von fünf möglichen Layouts platziert werden. Damit sind die möglichen Layout-Varianten die Google Fotos anbietet auch schon weitestgehend erschöpft.

Bildunterschriften sind bei Google Fotos leider nur begrenzt möglich, pro Seite kann maximal ein Text gesetzt werden. Generell ist die Gestaltungsfreiheit bei Google Fotos sehr eingeschränkt, es gibt vorgefertigte Layouts für jede Seite von denen nicht abgewichen werden kann. Sowohl Bildunterschriften, als auch Cover und Buchrücken sind auf eine Schriftart festgelegt. Sogar die Cover-Gestaltung eines Fotobuch ist auf drei feste Layouts beschränkt. Die Rückseite des Fotobuchs wird von Google zum Branding herangezogen, sie ist immer weiß mit aufgedrucktem Google Fotos Logo.

Bestellung

Das fertig gelayoutete Fotobuch lässt sich über den Button Kasse bestellen. Erst jetzt ist die Auswahl der Produkt-Variante möglich, auch an dieser Stelle zeigt sich die Beschränkung von Google Fotos auf das absolute Minimum. Es stehen lediglich eine Softcover- und eine Hardcover-Variante zur Verfügung. Auf verschiedene Drucktechnik- oder Papier-Optionen verzichtet Google. Das führt zu weniger Komplexität bei der Bestellung, schränkt allerdings die Individualisierungs-Möglichkeiten stark ein. Für diesen Test habe ich das Softcover Fotobuch bestellt.

Erst zum Schluss hat man die Auswahl zwischen 2 Fotobuch Varianten
Erst am Ende hat man die Auswahl zwischen zwei Varianten

Nach der Variantenauswahl wird das Buch direkt an der Kasse bezahlt, dazu stehen die in Google Pay hinterlegten Zahlungsmethoden zur Verfügung, in der Regel wird das eine Kredit- oder Debitkarte sein. Paypal, Lastschrift oder Rechnung werden nicht angeboten.

Google Fotobuch Kassenansicht, im Test akzeptierte Google Kredit oder Debitkarte
An der Kasse kann mit Kreditkarte oder Debitkarte bezahlt werden

Die Lieferadresse wird ebenfalls direkt aus dem Google Konto übernommen, lässt sich aber auch separat hinzufügen. Beim Versand lässt sich statt des Standardversands auch der Premium-Versand für den doppelten Preis auswählen, der die Versandzeit um einen Tag verkürzen kann(4-7 statt 5-8 Tage Lieferzeit).

Lieferung

Nach jeweils acht Tagen hatte ich die bestellten Fotobücher im Briefkasten. Verpackt waren sie jeweils in einem dünnen Faltkarton, dabei verzichtete Google in beiden Fällen auf eine schützende Luftpolster Folie. Das hatte unter Anderem den Nachteil, dass eines der beiden Test Fotobücher sich bei feuchtem Wetter wellte, da es lediglich durch den dünnen Pappkarton vor dem Wetter geschützt wurde.

Das Softcover-Buch sah trotzdem ansprechend aus und war durch die Soft-Touch-Beschichtung relativ unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Deutlich fiel im Test auf, dass das Buch im Digitaldruck-Verfahren hergestellt wurde. Die Qualität des Prints ist in Ordnung, erzeugt aber nach dem vorherigen Test keine Begeisterungsstürme bei mir. Die Druckpunkte sind bei näherer Betrachtung gut erkennbar. Sehr deutlich treten leider vertikale Streifen in einigen Bildern auf, insbesondere in größeren einfarbigen Bereichen trübt das die Freude am Fotobuch.

unschöne Streifen im Test-Exemplar des Google Fotobuchs

Das Buch scheint von einer Klebe- oder Fadenbindung zusammengehalten zu werden, dadurch verschwinden große Anteile der Bilder im Bindungsfalz. Besonders störend fällt das bei Panoramen auf, die sich über zwei Seiten erstrecken. Betrachter werden dadurch dazu animiert, das Buch komplett auf zu klappen. Das führt über kurz oder lang zum Bruch des Rückens und der Bindung. Mein Japan-Buch beginnt leider bereits auseinander zu fallen.

Das Japan Buch bricht bereits auseinander
Stellenweise löst sich die Bindung auf

Außerdem löst sich nach einer Woche bereits der Print am Rand des Softcover ab. Ein Zeichen dafür, dass das Buch wohl nicht so lange halten wird wie erhofft. Zu Gute halten kann man Google jedoch, dass das Fotobuch sauber verarbeitet und sauber geschnitten geliefert wurde.

Preis

Insgesamt habe ich 50€ für das Fotobuch mit 94 Seiten ausgegeben(exkl. Versand). Nimmt man den direkten Vergleich zu Saal-Digital an, liegt der Preis für ein 66 Seiten Hardcover-Fotobuch bei Google um 4,00 Euro niedriger.

Profi-Optionen

Vor dem Fazit noch ein kurzer Einwurf zu den Profi-Optionen beim Google Fotobuch. Google stellt leider keinerlei ICC-Profile zum Softproofing bereit und verrät auch keine Details zu den verwendeten Druckverfahren. Das führte in meinem Test dazu, dass ein Bild aus dem Nachtbus in Kambodscha leider nachher vollkommen vermurkst aussah(siehe Bilder). Als Profi-Layouter oder Profi-Fotograf wird man von Googles Fotodienst also eher die Finger lassen.

Fazit

Für die analoge Verteilung der Party- und Handyfotos ist das Google Fotobuch aus dem Test sicherlich ganz gut geeignet, für Langzeit-Archivierung ist es allerdings nicht ausgelegt.

Im Vergleich mit anderen Anbietern ist Google bei der gebotenen Qualität deutlich zu teuer und das Fotobuch nicht robust genug. Was nicht heißen soll das die Qualität schlecht ist. Die Qualität ist für das verwendete Digitaldruckverfahren vollkommen in Ordnung, wenn man mal von den beschriebenen Ausreißern (Streifen im Druck, Farbprobleme s.O.) absieht. Für ein kleines Büchlein mit Erinnerungen auf dem Kaffeetisch reicht die Qualität also. 

Nach den Erfahrungen aus dem Test würde ich euch das Google Fotobuch dann empfehlen, wenn ihr (a) ohne große Arbeit ein ordentliches Fotobuch haben wollt und (b) bei der Qualität nicht allzu pingelig seid. Alle anderen finden bei den üblichen Verdächtigen im Fotobuch-Geschäft wahrscheinlich ein besseres Preis/Leistungs-Verhältnis. 

Was denkt ihr, habt ihr das Google Fotobuch auch schon ausprobiert? Wie sind eure Erfahrungen mit Fotobüchern generell? Schreibt das gerne mal in einen Kommentar.

4 Gedanken zu „Ausprobiert – Das Google Fotobuch im Test

  1. Hey danke für deinen ausführlichen Google Fotobuch Test, ich hatte auch vor das mal auszuprobieren. Jetzt weiß ich aber erstmal Bescheid was ich davon erwarten kann.
    Viele Grüße!

    1. Danke Jim, guck dir gerne auch die Saal-Digital Variante mal an, die waren nur geringfügig teurer, bieten dafür aber auch wesentlich mehr Freiheiten bei der Gestaltung, auch bei Cewe sieht das Testexemplar gut aus (deren Software ist allerdings ‘ne Herausforderung).

  2. Hallo,
    ich habe das Google-Fotobuch bereits öfter genutzt. Ein großer Nachteil ist für mich die fehlende Funktion der Textgestaltung. Nur eine “Fußnote” ist ein wenig dürftig.
    Ich bin daher auf die Idee gekommen, passende Texte als Foto zu erstellen. Z.B. am PC über Powerpoint (oder vergleichbar) und Folie als Bild oder Screenshot speichern, dann zu Google Foto hinzufügen.
    Klappt eigentlich ganz gut

    1. Hallo Bernd,

      gute Idee, das ist eine Möglichkeit das Problem zu vermeiden.
      Ich nutze das Google Fotobuch mittlerweile nur noch wenn es wirklich schnell gehen muss.
      Für meine Fotobücher nutze ich sonst tatsächlich das ständig irgendwo beworbene CeWe Fotobuch oder das von Saal Digital.
      Die sind preislich recht ähnlich zur Google Variante aber mit wesentlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten ausgestattet.
      Ich teste ab und an mal verschiedene Anbieter, alle bisher getesteten findest du hier: Stichwort Fotobuch

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